Wirtschaft macht Spaß!
07.09.2011
Nordfriesische SchülerInnen für eine Woche Jungunternehmer
„Als wir an den amerikanischen Markt gegangen sind, haben wir dort umgerechnet 980.000 Euro in Werbung investiert, im Inland 350.000 Euro. Wir haben von Anfang an auf Qualität gesetzt. Obwohl unser Produkt einen hohen Preis hatte, hatten wir einen stabilen Marktanteil von 15 Prozent, im Ausland 14 Prozent.“ Die Zuhörer nicken beifällig, Merle Klinkowski lächelt. Die 17-Jährige präsentiert für das Planspiel WIWAG (Wirtschafts-Wochen-Aktiengesellschaft) ihre Unternehmensdaten. Im Raum 1.5 des Zentrums für Energie und Technik in Rendsburg haben sich 19 Schüler der Husumer Theodor-Storm-Schule und 9 Schüler der Rendsburger Gymnasien „Helene Lange“ und „Kronwerk“ versammelt, um eine Aktionärsversammlung durchzuspielen. In fünf Gruppen haben sie eine Woche lang fünf Computerspiel-Unternehmen aufgebaut. Sie mussten entscheiden, ob sie ihre Investitionen aus Bankkrediten oder Aktienkapitalerhöhungen finanzieren, ob sie Lohnerhöhungen gewähren und wie viel Dividende sie ausschütten.
„Wichtig ist, dass die Jugendlichen wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen. Sie erfahren, wie viele Faktoren man berücksichtigen muss, um ein Unternehmen zu führen“, erklärt Hans Ullrich Rossdam, der für den Unternehmensverband Mittelholstein eherenamtlich das WIWAG-Planspiel leitet. Der Unternehmensverband hat zusammen mit der Wirtschaftsförderung Nordfriesland und der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde die Seminarwoche für Schüler mit dem Motto „Wirtschaft macht Spaß!“organisiert. Rossdam berichtet über den Spielaufbau: „Alle Gruppen starten mit dem gleichen Kapital von 3,5 Millionen Euro. Das Computerprogramm des Planspiels errechnet dann anhand der Faktoren Preis, Qualität und Marketing die Gewinne. Und am Mittwoch gehen wir nach Amerika.“

Im kommenden Jahr soll „Wirtschaft macht Spaß“ in Nordfriesland stattfinden. „Wir wollen mit diesem Seminar den unternehmerischen Nachwuchs fördern und damit auf lange Sicht innovative, fortschirttliche Betriebe in der Region halten“, sagt Dr. Matthias Hüppauff von der Wirtschaftsföderung Nordfriesland.



